Yetitour ins Allgäu

Jahresabschlussfahrt der Tourenfahrer 2003
25. + 26.10.2003

Am Samstag, den 25.10.2003 trafen wir uns um 9:00 Uhr am Autohof an der AS Achern. Nach kurzem Tanken und gegenseitigen Erfahrungsbekundungen, dass es heute wohl recht schattig werden wird, fuhren Gerd, Martin und ich erst einmal in Richtung Süden. Über Freiburg ging es dann in den Schwarzwald, den wir über das Höllental in Angriff nahmen. Die letzte von Zuhause mitgebrachte Restwärme wurde uns spätestens hier gnadenlos entzogen. Es war wirklich recht schattig (hatte ich ja fast befürchtet!). Auf halben Weg nach Titisee-Neustadt war es dann soweit – der erste Schnee, aber zum Glück nicht auf der Straße. Beim Aufstieg war die Straße stellenweise recht nass und es wurde gefahren wie die Igel Liebe machen – vorsichtig. Zudem war es recht schattig! Um uns für die restlichen Kilometer durch den Schwarzwald, es waren übrigens keine anderen Motorräder zu sehen, obwohl hier im Sommer die Hölle los ist, kehrten wir in ein Bistro mit dem sinnigen Namen „Eiskaffe“ ein, um etwas wärmendes zu trinken.

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Frisch erwärmt nahmen wir das nächste Etappenziel Bodensee unter die Räder. Die Temperaturen wurden etwas erträglicher und der Schnee hatte sich vorerst auch wieder verabschiedet. Nach einer kurzen Stärkung in Friedrichshafen ging es dann endlich ins Allgäu los. Es wurde wieder weiß und etwas frischer (man könnte auch schattig sagen), aber wir hatten freie Straßen und eine herrliche sonnige Landschaft. Wo sich normalerweise Heerscharen von Ausflüglern herumtreiben, hatte wir ein sehr schönes Vorwärtskommen, wurden aber in kurzen und recht finsteren Waldstückchen zu einer behutsameren Gangart gezwungen. Bei einigen kurzen Pausen ergötzten wir uns am prächtigen Alpenpanorama und ließen das Allgäu auf uns wirken.

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Um irgendwelchen Vorurteilen entgegenzuwirken – es gibt doch keine Kühe im Allgäu. Wir hatten bis dato noch nicht ein einziges Tier zu Gesicht bekommen. Nach einigen lustvollen Kilometern im Oberallgäu machten wir uns auf, mit diversen Schlenkern unsere Unterkunft anzusteuern. In Eckarts angekommen wurden wir auf unsere Zimmer verteilt und ich für meinen Teil nahm eine ausgiebige heiße Dusche. Das Abendessen viel mit Schweinshaxe, Knödeln und Kraut recht zünftig aus und ein leckeres Bier gibt es dort.

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Nachdem wir derart gestärkt waren und Martin und ich einer lokalen Spezialität gefrönt hatten (Heuschnaps – kein Wunder gucken Kühe immer so lustlos), überkam uns im warmen Schankraum das Gefühl in die Heia zu wollen.

Frühstück 8:00 Uhr oder war es 9:00 Uhr, na egal durch die Zeitumstellung gab es jedenfalls eine Stunde mehr Schlaf. Am nächsten Morgen rüsteten wir uns mit einem leckeren Frühstück für die nächsten Etappen.

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Wir wollten es wagen, ohne Pickerl in die österreichische Republik einzureisen und damit ein kurzes Stück Tirol unter die Räder zu nehmen. Auch hier gab es schon recht ordentlich Schnee. Durch den prallen Sonnenschein war es auch längst nicht so kalt wie am Vortag. Zurück in Deutschland, auf der Höhe von Füssen beschlossen wir einen Ort zu besuchen, an dem die japanische Volkszählung durchgeführt wird – Schloss Neuschwanstein – das Märchenschloss des tragischen Bayrischen Königs Ludwig. Dort angekommen waren wir uns schnell einig die beiden Schlösser schnell abzulichten und uns schleunigst wieder aus dem Staub zu machen. Hier scheint es irgendwie immer voll zu sein.

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Nun im Ostallgäu angekommen gab es hier nach meiner Meinung das schönste Stück unserer Ausfahrt. Wir fuhren auf einer kleinen Nebenstraße an einigen Seen vorbei, die dunkel und spiegelglatt das Alpenpanorama wiederspiegelten. Eine herrliche Gegend, aber wir mussten uns langsam auf den Heimweg machen. Es sollte noch kurz eingekehrt werden und dann gestärkt in Richtung Heimat losgehen. Kurz vor Isny hielten wir an einem Gasthaus an, welches um 1400 (!) erbaut wurde. Das innere war recht urig gehalten und die Wirtschaft erstreckte sich über mehrere kleine Räume. Nach einiger Zeit durften wir dann auch bestellen und erfuhren schon einmal was es aus dem Tagesmenü schon alles nicht mehr gab, schafften es aber trotzdem alle aus der Tageskarte zu bestellen.

Und da saßen wir. Und saßen noch immer. Es dauerte noch immer an, und nach einer kurzen Rückfrage ob unsere Bestellung in der Küche überhaupt angekommen sei und weiteren 20 Minuten, erreichte uns dann unser etwas äußerst durchschnittliches Essen. Nicht alles was interessant aussieht, scheint auch einen Besuch wert zu sein.

Nachdem wir nun einiges an Zeit verloren hatten ging es dann über Regensburg, Meersburg und Rottweil zurück in den Schwarzwald und durch das Kinzigtal in Richtung Heimat. Interessanterweise wurde es auch wesentlich früher dunkel – ach ja, die Zeitumstellung. Kurz vor Offenburg erfolgte dann die Verabschiedung und wir nahmen jeder für sich die letzten Kilometer nach Hause in Angriff.

Es war eine schöne Ausfahrt, die wir vielleicht 2004 etwas umfangreicher wiederholen könnten. Die Tourenfahrer gehen nun ins Winterquartier und starten im April 2004 mit der Eröffnungsfahrt 2004 nach Luxemburg in die neue Saison.

Bis dahin…..

Euer Jochen